Plastische- und Handchirurgische Mission in Uganda: Rekonstruktive Eingriffe in Kisoro
11. bis 18. April 2025, Kisoro, Uganda
In Uganda wurden mehrere Brustrekonstruktionen nach Mammakarzinom und zahlreiche Verbrennungskontrakturen und Fehlbildungen der Hand bei Kindern operiert, um Funktionalität und Lebensqualität der Betroffenen nachhaltig zu verbessern. Das neunköpfige Schweizer Medizinerteam führte 25 Operationen durch.
Zusammensetzung und Ausstattung des Teams
Das interdisziplinäre Team bestand aus zwei plastischen Chirurgen, einem Handchirurgen, einer Assistentin, einem Anästhesiearzt, einem Anästhesiepfleger, zwei technischen Operationsassistenten und einer Pflegefachfrau. Die medizinische Ausrüstung wurde in 15 Koffern transportiert und ermöglichte die Durchführung komplexer rekonstruktiver Eingriffe vor Ort.
Operative Schwerpunkte
Das Behandlungsspektrum umfasste verschiedene rekonstruktive Verfahren:
- Korrektur von Verbrennungskontrakturen an Händen und Fingern
- Operative Behandlung angeborener Handfehlbildungen
- Sehnentransplantationen zur Wiederherstellung der Greiffähigkeit
- Entfernung ausgedehnter Kelloide
- Komplexe Brustrekonstruktive Eingriffe
Operative Ergebnisse
In einer Woche wurden 35 Stunden Operationszeit und 57 Stunden Anästhesiezeit geleistet. Trotz herausfordernder Arbeitsbedingungen wie gelegentlichen Stromausfällen und begrenzten Sterilisationskapazitäten konnten zwei Operationssäle parallel betrieben werden.
Die Zusammenarbeit mit den örtlichen Ärzten Dr. Manzi und Dr. Bosco erwies sich als ausgesprochen effektiv. Alle 25 geplanten Operationen wurden erfolgreich durchgeführt.
Medizinische Herausforderungen
Die Infrastruktur vor Ort stellte besondere Anforderungen an die operative Planung. Begrenzte Lichtverhältnisse, unregelmäßige Stromversorgung und reduzierte Sterilisationskapazitäten erforderten Anpassungen der gewohnten Arbeitsabläufe.
Besonders bei der Behandlung einer 90-jährigen Patientin zeigte sich die Notwendigkeit, operative Verfahren an die lokalen Gegebenheiten anzupassen.
Nachhaltigkeit und Zukunftsperspektiven
Diese Mission zeigt eindrucksvoll, wie plastische Chirurgie Leben verändert und neue Perspektiven schafft. Das Potenzial für den Ausbau der Brustrekonstruktionen und weitere handchirurgische Missionen in der Region ist erheblich. Die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit lokalen medizinischen Fachkräften und die Weiter Betreuung unserer Patienten vor Ort bietet eine solide Grundlage für zukünftige Einsätze.
Die kontinuierliche Arbeit in Kisoro soll fortgesetzt werden, um den Aufbau lokaler Expertise zu unterstützen und nachhaltig weitere Patienten zu behandeln.

Unterstützung der Mission
Die rekonstruktive Chirurgie in Entwicklungsländern ist auf Spenden angewiesen. Informationen zur Unterstützung der Arbeit von Interplast Switzerland sind auf der Homepage der Organisation verfügbar. Jeder Beitrag ermöglicht die Durchführung weiterer lebensverändernder Eingriffe.
